Niederlande

Biker Infos

Allgemeines:

Das im nördlichen Westeuropa liegende Land wird durch die Nordsee im Norden und Westen, das Königreich Belgien im Süden und die Bundesrepublik Deutschland im Osten begrenzt. Ungefähr die Hälfte des Landes liegt weniger als 1 Meter über, rund ein Viertel des Landes unterhalb des Meeresspiegels. Die Deiche, welche die flachen Gebiete vor Sturmfluten schützen, haben eine Länge von ca. 3000 km. Der höchste Punkt des europäischen Teils der Niederlande  ist der Vaalserberg mit 322 m über dem Amsterdamer Pegel. Teile der Niederlande, wie zum Beispiel fast die gesamte Provinz Flevoland, wurden durch Landgewinnung dem Meer abgewonnen. Sie werden als Polder bezeichnet. Ungefähr ein Fünftel der Landesfläche ist mit Wasser bedeckt, wovon das IJsselmeer (Zuiderzee) den größten Teil ausmacht.
 
Zum ersten mal mit Kleinkind on Tour:

Als Vorbereitung auf diese Tour haben wir eine kleine 3 tägige Fahrradtour gemacht, dies z.B. um herauszufinden, wo bzw. wie lange sich unsere Tochter am liebsten aufhält (Fahrradanhänger? eigenes Fahrrad angehängt am Elternfahrrad? selber fahren auf dem Kinderfahrrad?) und welche Distanzen sinvoll sind, so dass wir alle Freude haben gemeinsam unterwegs zu sein, ohne dass irgendwie unnötige Hektik oder Zeitdruck entsteht und man aber trotzdem stetig vorwärts kommt. Aufgrund dieser Erfahrung haben wir uns für Tagesetappen von 30 km - 40 km entschieden, so dass wir am Morgen gemütlich starten können und vieles für Kindes-Augen interessante ansehen können ohne dadurch erst am Abend am neuen Ort anzukommen. Um keine unnötigen Erfahrungen mit ausgebuchten Herbergen zu machen, haben wir alle Uebernachtungsplätze in ungefähr obgenannten Distanzen organisiert. Auch nachträglich können wir sagen, dass wir mit dieser Planung gute Erfahrungen gemacht haben. Dank der Planung der Uebernachtungsorte konnten wir z.B. auf speziell kinderfreundliche Aspekte schauen (Spielplätze, Tiere, Natur, Gewässer etc) und bei der Wahl auch Abwechslung schaffen (Bauernhof, B&B, Trekkershutten, Jugendherberge etc). Da wir z.B. aufgrund der Frühstückszeiten kaum vor 10.00 Uhr starteten (bzw. noch Einkäufe machten) sowie das Einchecken am neuen Ort meist nicht vor 14.00 Uhr / 15.00 Uhr möglich war, empfanden wir die geplanten Tagesetappen um 40 km als sehr entspannt und angenehm. Meist machten wir bis zum Mittagessen 20 - 30 km und nach einer gemütlichen Mittagspause (wenn möglich mit draussen essen) erreichten wir unsere neuen Uebernachtungsplätze zwischen 14.00 Uhr und 15.00 Uhr. So blieb auch unserer Tochter anschliessend immer genügend Zeit, sich auf den vorhandenen Spielplätzen zu verweilen. Während ich fix den Fahrradanhänger hatte, war am Fahrrad von Rebi fix das Kinderfahrrad am Followme angehängt. Etwa total 4 x wollte unsere Tochter s/s Fahrradfahren (für wenige 100 m), dazu fuhr sie ca. 2-3 x tgl. auf dem Fahrrad angehängt, die meiste Zeit (ca. 2/3) verbrachte sie jedoch (zufrieden) im Fahrradanhänger.

Radfahren in den Niederlanden:

In den Niederlanden gibt es unzählige Fahrradwege und ausgeschilderte Fahrradrouten. So gibt es zum Beispiel diverse Radfernwege, diese sind als „LF-Routen“ (landesweite Fahrradrouten) signalisiert. Für Tagestouren gibt es in den Niederlanden ein einzigartiges „Radknotenpunkte-System“. Abzweigungen sind mit einem Knotenpunkt versehen und so kann man sich eine empfohlene oder selbst gewählte Tour anhand dieser beschilderten Knotenpunkte zusammenstellen. An dieser Stelle sei die Seite www.hollandfahrradland.de empfohlen, die alles Wissenswerte zum Fahrradfahren in den Niederlanden beschreibt oder weitere Links dazu gibt.
Auf unserer Tour machten wir erstmals Bekanntschaft mit dieser Art der Fahrradwegs-Beschilderung. Als eigentlicher Skeptiker gegenüber separaten Fahrradwegen bin ich jedoch ganz ehrlich positiv überrascht und zumindest was Fahrradtouren mit Kind(ern) anbelangt ein absoluter Fan dieser Radfahrnetze in den Niederlanden! Hier lässt es sich sehr oft völlig abseits des motorisierten Verkehrs radfahren und zwar inmitten durch die niederländische Landschaft. Die Wege sind in sehr gutem Zustand, selten bis wenig auf Schotterbelag und nur selten (nahe der Dörfer / Städte) parallel zu den Strassen. Aufpassen muss man bei den Fahrradwegweisern nur, dass man keine Beschilderung übersieht, dies ist uns gerade in Städten 1 - 2 mal passiert. Da die Niederlande ja bekanntlich ein Fahrradland ist, muss man gerade an den Wochenenden (besonders in schönen Gegenden) mit vielen Velofahrern rechnen. Uns viel dabei auf, dass a) kaum jemand einen Velohelm trägt und b) dass kaum jemand drängelt bzw. die Fahrradklingel betätigt. Knackige Aufstiege bzw. rasante Abfahrten hat die Niederlande kaum zu bieten, trotzdem kann der Wind besonders in Meeresnähe sehr dominant sein und ein änliches Gefühl auslösen. Wir erlebten insbesondere auf unserer Fahrt von Amsterdam nordwärts bis über den Abschlussdeich beim IJsselmeer immer mal wieder Gegenwind, schlimm war dieser jedoch nicht.

Die Niederlande aus meiner Sicht
Ich empfand die Niederlande (zumindest ausserhalb der Grossstädte) als sehr sauber und ordentlich. Ich sah kaum Abfälle auf den Strassen, die Häuser wirken in einem guten Zustand und die vielen Gärten sind kreativ und schön gestaltet. Durch viele Dörfer / Städte führen Gewässer & Kanäle, welche auch durch die Schiffsfahrt benützt werden. Und ja, die Niederlande hat sich auch uns als Fahrradland gezeigt. Es ist eindrücklich, wieviele Menschen jeden Tag, insbesondere aber an den Wochendenden mit ihren Fahrrädern unterwegs sind oder auch wieviele Fahrräder jeweils bei den Nationalparks zur Verfügung gestellt werden. In den Niederlanden gibts riesige Flächen für die Landwirtschaft. Jeden Tag sahen wir Schafe und Pferde / Ponys und an vielen Tagen Kühe. In keinem anderen Land habe ich bisher so viele sehr grosse Menschen (um 2m) gesehen und wir staunten, wie windresistent die Niederländer sind. Denn während wir während einer Fahrradpause am Meer oder auch auf dem Campingplatz aufgrund des bissigen Windes den Faserpelz bevorzugen, sehen wir die Leute im Badkleid am Strand liegen, im Wasser spielen, was uns doch etwas beeindruckt. Bezüglich dem Essen haben wir erlebt, dass uns z.B. zum Frühstück u.a. immer ein hartes (warmes) Ei serviert wurde und in den Niederlanden sehr gerne Kartoffeln gegessen werden, dies wird einem beim Anblick der Speisekarte immer wieder bewusst, wenn die einzige Beilage zu allen Menüs jeweils Pommes-Frites sind... Sehr geschätzt haben wir die Sprachkenntnisse der Niederländer, welche uns nebst Englisch auch sehr oft in Deutsch Auskunft geben konnten. Landschaftlich durften wir im Juni immerhin noch 2 riesige, bunte Blumenfelder bestaunen, sonst gibt es viele National- & Naturparks, wo Dünen-, Moor- & Heidefelder bestaunt werden können. Gerade diese National- & Naturparks haben mir nebst den vielen hübschen Dörfern einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Uebernachtung / Campen

Da wir als Familie unterwegs waren (ohne Zelt), haben wir bereits vor Start der Tour alle Uebernachtungsorte per Internet gebucht. Dadurch haben wir uns zwar der beliebten Flexibilität beraubt, dafür aber an (Uebernachtungs-) Sicherheit gewonnen, was wir mit Kleinkind unterwegs als höher priorisiert haben. Es gibt in den Niederlanden viele B&B's, Bauernhöfe, Campingplätze mit "Trekkershutten" und natürlich auch Jugendherbergen & Hotels. Die Uebernachtung in einem B&B kostete  für uns drei 90 - 115 Euros, in den Trekkershutten auf dem Campingplatz 42 - 50 Euros (ohne Essen), Zimmer in Hotels oder auf Campingplätzen 75 - 85 Euros, die einzige Uebernachung in einem Stayokay (Jugendherberge) 95 Euros inkl. Abendessen & Frühstück. Es gibt spezialisierte Internetseiten wo man nach fahrradfreundlichen Uebernachtungen, Trekkershutten, B&B, Bauernhöfe etc. suchen kann. Empfohlen sei auch hier www.hollandfahrradland.de.




Anforderungen:

Kondition braucht es nur, wenn der Wind mal wieder von vorne bläst.

Persönliche Bewertung:
Mich hat das Land positiv überrascht. Wer gemütllich und ruhig auf meist separaten Fahrradwegen unterwegs sein möchte, ist in den Niederlanden genau richtig.