Norwegen

Biker Infos

Lage:

Norwegen erstreckt sich auf über 1500 km von Nord nach Süd bzw. auf ca. 2518 Straßenkilometer. Norwegen grenzt im Osten an Schweden und im Nordosten an Finnland und Russland. 


Landschaft Norwegen:

Die Atlantikküste besteht aus unzähligen schmalen und tiefen Fjorden, diese ragen bis weit ins Landesinnere. Im Landesinneren prägen hohe Wasserfälle und tolle Flüsse das Bild. Das Gebirge steigt im Süden rasch auf über 1.000 m an und enden in den Gipfeln der Berge Galdhopiggen und Glittertind auf 2400 m Höhe. Auch nahe der Eismeerküste sind Gipfelhöhen über 1.500 m häufig, so dass sehr große Teile des Landes oberhalb der Baumgrenze liegen.


Klima:
Das Klima Norwegens ist durch starke jährliche Schwankungen gekennzeichnet. Die jährliche Durchschnittstemperatur bewegt sich von 8°C an der Westküste bis unter den Gefrierpunkt im Gebirge. Die wärmsten Temperaturen im Binnenland herrschen Mitte Juli. Die Bereiche an der Küste und im Gebirge erreichen das Temperaturmaximum jedoch meist etwas später. Das Klima in Norwegen unterscheidet sich vom restlichen Skandinavien: Die mächtigen Gebirgszüge im Westen des Landes schirmen große Bereiche des östlichen Binnenlandes vor hohen Niederschlagsmengen ab.
Meine Erfahrungen vom 11.06.2005 – 12.07.2005: In Norwegen kann man um diese Jahreszeit jede Witterung erleben. Vielfach regnet es gegen Abend ein paar Tropfen. Trotz einigen Regentagen erlebten wir aber mehrheitlich eher trockene und sogar sonnige Fahrtage.

Richtige Kleidung:
In Norwegen, besonders in den Gebirgen, kann das Wetter jederzeit wechseln und liegt besonders Anfangs Saison noch Schnee. Richtige Kleidung ist also sehr wichtig, wasserdichtes Schuhzeug ist empfehlenswert.


Preisniveau:

Im Vergleich zu Oesterreich und der Schweiz ist Norwegen noch etwas teurer. Dies spürt man vor allem dann, wenn man in den Städten wie z.B. in Oslo, Stavanger, Bergen etc. etwas Essen oder Trinken möchte.


Radfahren:
Unvergleichlich schöne Fahrradrouten mit Naturerlebnissen ohne Ende und rasante Abfahrten sind der Lohn für herausfordernde Steigungen von vielfach 8% - 12% hoch in die Gebirge. So kann man innerhalb eines Tag schneebedeckte Landschaften und riesige Wasserfälle erleben und am Abend ruhig und in warmer Atmosphäre an einem Fjord entspannen.


Camping:
In Norwegen gibt es über 1000 Campingplätze, die je nach Standard und Ausstattung mit einem bis fünf Sternen ausgezeichnet sind. 

"Wildes campen" - Das Jedermannsrecht:
Das Jedermannsrecht, ein ungeschriebenes Gewohnheitsrecht ermöglicht es Reisenden, private Wege zu Fuss oder mit dem Fahrrad zu benutzen, auf Seen und Flüssen mit dem Boot zu fahren und am Ufer anzulegen, wild wachsende Beeren und Pilze zum unmittelbaren Verzehr zu pflücken, mit herumliegenden abgestorbenen Aesten unter Beachtung grösster Vorsicht ein Feuer zu machen und in freier Natur auch ohne Einwilligung des Grundbesitzers für eine Nacht und mit einem (Anstands-)Abstand von 150m zum nächsten Gebäude zu zelten Für einen längeren Aufenthalt ist allerdings dessen Erlaubnis einzuholen. Voraussetzung für die Aufrechterhaltung des Jedermansrechts, das grundsätzlich auch für Touristen gilt, ist jedoch Rücksichtnahme auf Anwohner und behutsamer Umgang mit der Natur: Nicht stören, nicht zerstören, lautet die Devise.


Bei der Routenplanung zu berücksichtigen:
-
Nationalpark Hardangervidda – Grösste Hochebene Europas zwischen 1.200 und 1.400 Meter hoch Bergmassiv Bergmassiv Jotunheimen mit dem höchsten Pass Nordeuropas auf 1434 m.ü.M (Fantasteinen)
- Wunderschöne Fjorde wie z.B. Sognefjord, Hardangerfjord, Geirangerfjord, Sorfjord
- Viele riesige Wasserfälle wie z.B. Voringfossen (Freifallstrecke 145 m)
- Stabkirchen, z.B. in Numedal, Hallingdal
- „Rallarvegen“ – Der bekannteste Fahrradweg in Norwegen
- Schiffsfahrt auf dem Telemark-Kanal (Kviteseid nach Dalen)
- Wanderung zum „Kjerag“ mit Blick 1000m (!) senkrecht hinunter zum Fjord
- Nordkap mit Mitternachtssonne während ca. 2,5 Monaten – gilt als nördlichster Punkt Europas
- Lofoten (Insel im Nordmeer)
- Die Städte Oslo und Bergen


Schönste Routen meiner Tour:
- Dalen nach Nomeland 70 km
- Nomeland nach Lysebotn 76 km
- Turtagro – Vagamo 100 km
- Rallarvegen: Haugastol nach Flam 80 km


Norwegen aus meiner Sicht:
Norwegen bietet eine riesige landschaftliche Vielfalt. Z.B. fährt man am Morgen noch bei angenehmen Temperaturen entlang wunderschönen Fjorden, schönen Seen und vorbei an riesigen Wasserfällen, dann kämpft man sich ein Gebirge hoch, der kalte Regen und Wind zerren an den Kräften und plötzlich scheint wieder die Sonne, auf der Höhe erlebt dann mitten im Juli eine wunderbare Schneelandschaft, vereiste Seen, verschneite Bergspitzen in der Ferne, später geht’s in rasantem Tempo bergabwärts, entlang reissenden Flüssen, erneut entdeckt man einen riesigen Wasserfall der die Strasse benässt und wenig später sitzt man im T-Shirt vor dem Zelt und blickt auf einen ruhigen See, umgeben von Bäumen und entspannter Ruhe. Wanderungen wie z.B. zum Kjerag oder hinunter zum Fusse des Voringfossen, aber auch Schiffsfahrten auf den Fjorden oder eine Fahrt auf der bekannten Flam-Bahn lassen auch fahrradfreie Tage zu absoluten Highlights werden.


Anforderungen:
Wer die Schönheit Norwegens mit dem Fahrrad erleben will, sollte Bergetappen lieben, längere Steigungen und Abfahrten von 8% - 12% meistern und mit wechselnden Witterungen (auch häufigen Regenfällen und Temperaturen umgehen können.


Persönliche Bewertung:

Für mich gibt’s kein eindrücklicheres Fahrrad-Land in Europa! Ein „Muss“ für jeden Touren-Fahrer.