Serbien

Biker Infos

Allgemeines:
Serbien grenzt im Norden an Ungarn, im Osten an Rumänien und Bulgarien, im Süden an Mazedonien, Albanien und den Kosovo, im Südwesten an Montenegro und im Westen an Bosnien Herzegowina und Kroatien. Serbien setzt sich aus zwei Landschaftstypen zusammen, jener nördlich der Save-Donau Ebene und jene südlich davon. Südlich ist das Land überwiegend gebirgig. Serbien hat viele Flüsse, darunter die Donau sowie deren Zuflüsse die Save, die Drina, Morava etc und 5 Nationalparks. Die überwiegende Mehrheit der Serben sind Christen, die Mehrheit davon serbisch-orthodox. Währung ist der Dinar.

Klima /Wetter:
Serbien ist als Binnenland von kontinentalem Klima geprägt, d.h. eher niederschlagsreiche und kalte Winter mit warmen bis heissen Sommern. Während unserer 1 wöchigen Tour Ende April erlebten wir tagsüber kein einziges mal Regen. Die Temperaturen lagen so zwischen 13 Grad morgens und gegen 20 Grad am Nachmittag.

Preisniveau:
Für unsere Uebernachtungen in Hotels & Pensionen abseits der Touristenströme zahlten wir für ein 2-Bett Zimmer inkl. Frühstück umgerechnet zwischen CHF 25.00 und 35.00. Erst in der grösseren Stadt Sabac oder natürlich auch in Belgrad sind höhere Preise üblich. Im einzigen (luxuriösen) Hotel in der Stadt Sabac zahlten wir für das Zimmer ca. CHF 77.00. Für Mittagsmenüs in den Restaurants bezahlten wir für ein Menü mit (viel) Fleisch ca. CHF 5.00, Getränke umgerechnet CHF 1.50. Suppen & Salate CHF 1.50 - CHF 3.00.

Vom Kosovo nach Serbien:
Da Serbien den Kosovo nicht als eigenen Staat anerkennt, erhält man an der kosovo-serbischen Grenze von serbischer Seite keinen Einreise-Stempel. Es fehlt somit die Aufenthaltsbewilligung für den Aufenthalt in Serbien, was unterwegs oder auch bei der Ausreise aus Serbien zu Problemen führen könnte. Aufgrund dieser Situation sollte man zwingend über ein anderes Land als den Kosovo nach Serbien reisen, z.B. via Montenegro, Mazedonien oder Bulgarien.

Radfahren:
Unsere Tour führte uns durch den hügeligen Westen Serbiens. Die Strassen waren asphaltiert und meist in gutem Zustand. Die Ausnahme bildeten (Stand April 2015) die Strasse entlang der Drina zwischen Banjia Basta und Loznica sowie die Route im Tara Nationalpark, wo der Asphalt öfters stark beschädigt ist und so ein ständiges Umfahren der Löcher nötig ist. In den Gebirgen oder engen Schluchten kann auch Steinschlag ein Thema sein. Die Verkehrsintensität auf unserer Route war durchwegs recht angenehm. Lastwagen wie auch Autos überholten uns jeweils mit dem nötigen Abstand und oft wird das anstehende Ueberholmannöver durch ein kurzes Hupen angekündigt. Generell fiel mir auf, dass auch zwischen den Verkehrsteilnehmern kaum gehupt wurde, erst beim Eintreffen in Belgrad änderte sich dies. Zum Hupen gilt noch zu sagen, dass man uns als Fahrrad-Fahrer sehr oft zuhupte und zuwinkte, dieses Hupen empfanden wir jedoch als freundlich gesinnt. Die Ortschaften auf den Wegweisern waren praktisch immer in kyrillischer und lateinischer Schrift angeschrieben, Ausnahme in den kleinen Dörfern nordöstlich von Sabac, wo nur die kyrillische Schrift zur Anwendung kam. Wenn wir mal nicht weiter wussten, fragten wir einfach jemanden am Strassenrand, die Leute waren freundlich und mehrmals trafen wir auf Menschen, die etwas Deutsch sprechen konnten, weil sie mal in Deutschland, Oesterreich oder der Schweiz gearbeitet haben. Alles in allem lässt es sich in Serbien also sehr gut Fahrradfahren.

Camping / Zimmer
:
Auf unserer Tour entdeckten wir nur wenige, aber zu dieser Jahreszeit noch geschlossene Campingplätze. Aufgrund der Jahreszeit und der kurzen Tourdauer entschieden wir uns jeweils in Hotels/Pensionen zu übernachten. Zu wissen gilt es dabei, dass bei weitem nicht jede Ortschaft Uebernachtungsmöglichkeiten anbieten kann oder gewisse nicht ganzjährig offen sind. Die Routen-Distanzen sind also gewissermassen auch etwas von diesen Uebernachtungs-Standorten abhängig. Wild campieren wäre rein vom Landschaftsbild gut möglich im Zlatibor Gebiet, dem Tara Nationalpark und teilweise der Drina entlang.

Serbien aus meiner Sicht:
Serbien hat landschaftlich wie kulturell einiges zu bieten. Da sind zum Einen die Flüsse Save sowie Drina und natürlich die Donau, welche beim "Eisernen Tor" die grösste und längste (nicht aber tiefste) Schlucht Europas ist. Serbien hat aber auch sehr viele Klöster, welche besucht werden wollen. Wir haben uns bei unserer Tour auf den (Süd-) Westen des Landes konzentiert und dabei viele landschaftliche, wie auch kulturelle Eindrücke erhalten.Wir fuhren z.B. entlang der schönen Flüsse Lim & Drina und erlebten die Berg- und Hügellandschaften des Zlatibors sowie des Tara Nationalparks. Immer wieder augenfällig war für mich der Kontrast von neuen, schönen Häusern und vielen alten, beschädigten und trotzdem bewohnten Gebäuden. Sehr teure, neue Autos sahen wir eher selten, dafür immer mal wieder ältere Autos der Marke "Yugo", dem jugoslawischen und später serbischen Automobilhersteller Zastava. Die Restaurants, sofern sie denn Essen anbieten, zaubern günstige Menüs mit supergutem Fleisch auf den Tisch, der einzige Makel: Die Fleischportionen sind (zu) riesig. Etliche Menschen, egal welchen Geschlechts oder Alters, Stadt oder Land, mögen es im Trainer herum zu laufen und in den Restaurants wird fleissig geraucht, obwohl in jedem Raum oder an jeder Tür ein "Rauchen Verboten" Schild / Kleber ersichtlich ist. Wir erlebten die Menschen als sehr freundlich und hilfsbereit und wir waren überrascht, wie viele Menschen mit uns auf Deutsch kommunizieren konnten, weil sie irgendwann mal im deutschsprachigen Raum gearbeitet haben. In Belgrad war ich dann nochmals total begeistert von der liebevollen & überaus kreativen Gestaltung vieler Strassen-Cafés & Restaurants. In den Fussgängerzonen und auch am Abend in den Restaurants erlebten wir tolle Musiker, welche die Menschen und auch uns mit einheimischen Volksliedern erfreuten. So durften wir auf unserer Tour einen tollen Mix aus ruhigen Land- und pulsierendem Stadtleben miterleben.

Anforderungen:
Gerade im Westen Serbiens hat es viele Hügel und Täler, die Steigungen sind dabei moderat bis knackig. Erholung gibt dann allenfalls eine Fahrt entlang der Flüsse.

Persönliche Bewertung:
Der Mix aus Kultur, geschichtlichem Hintergrund und der Landschaft macht Serbien meines Erachtens zu einem sehr empfehlenswerten Tourenland.