Bosnien

Biker Infos

Allgemeines:
Bosnien und Herzegowina ist ein Staat in Südosteuropa und liegt im westlichen Teil der Balkanhalbinsel . Er hat eine insgesamt 1459 km lange Außengrenze zu seinen drei Nachbarstaaten. Davon entfallen 932 km auf Kroatien, welches das Land in einem Bogen nördlich und westlich umgibt, 302 km auf Serbien im Osten und 225 km auf Montenegro im Südosten. Auf wenigen Kilometern grenzt es zudem bei Neum an das Mittelmeer. Das Land ist in weiten Teilen durch eine bewaldete Mittelgebirgslandschaft geprägt, wobei der Gipfel des südlich von Foca an der montenegrinischen Grenze gelegenen Maglic-Massivs mit 2.386 m der höchste Punkt ist. Insbesondere in den westlichen Landesteilen und der Herzegowina, ist ein Teil des Berglandes verkarstet. Große Landesteile sind nur dünn besiedelt, der Grossteil der Bevölkerung lebt im Raum Sarajevo sowie in den Tälern der größeren Flüsse. Die wichtigsten Flüsse des Landes sind Save und Drina, die Bosnien und Herzegowina im Norden und Osten begrenzen, sowie die Bosna, welche im Landesinneren entspringt und in die Save mündet. Fast das gesamte Gebiet Bosniens gehört zum Einzugsgebiet der Save bzw. des Schwarzen Meeres, während die Flüsse der Herzegowina - zum Teil unterirdisch - in die Adria fliessen.

Klima /Wetter:
Bosnien und Herzegowina liegt im Übergangsgebiet zwischen mediterranem und kontinentalem Klima. Im Winter ist es sehr kalt und ein kalter Fallwind vom Landesinneren führt zu starken Böen und Stürmen. Im Süden des Landes sind die Sommer heiss.

Jüngste Geschichte Bosniens:
Bosnien und Herzegowina erklärte 1992 seinen Austritt aus dem Staatsverband Jugoslawiens und ist seither eine unabhängige Republik. Die internationale Anerkennung erfolgte am 17. April 1992. Es folgten drei Jahre Krieg zwischen serbischen, kroatischen und bosnisch-muslimischen Einheiten. Am Ende des Bosnienkrieges stand der 1995 unterzeichnete Dayton-Vertrag, der die föderale Republik Bosnien und Herzegowina schuf, die allerdings noch unter den Folgen des Krieges und den anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den Volks- und Religionsgruppen leidet.
Auch der Tourismus konnte sich auch kriegsbedingt nur langsam entwickeln, seit einigen Jahren kommen immer mehr Touristen nach Bosnien und Herzegowina – insbesondere nach Mostar und Sarajevo. Wichtige Ziele sind z. B. die "Alte Brücke von Mostar", prächtige historische Kirchengebäude und Moscheen und die Raftingangebote auf den Flüssen Neretva, Una und Drina.

Achtung Minen!
Während in den Städten und grösseren Agglomerationen nun deutliche Anzeichen einer Erholung der Kriegsfolgen erkennbar sind, geht dieser Prozess in den ländlichen Gebieten langsamer vor sich. Die grösste Gefahr in Bosnien und Herzegowina bilden die unzähligen Minen und Blindgänger (Im Jahre 2004 wurden 16 Menschen bei Minenunfällen getötet). Das Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) empfiehlt deshalb in einer aktuellen Mitteilung (Jahr 2009), sich strikte an die asphaltierten Strassen zu halten und keinesfalls ungemähte Wiesen, brachliegende Felder oder Hausruinen zu betreten.

Radfahren:
Wer sich über schöne Strecken in Bosnien informieren möchte, bekommt vor allem einen Tipp: Die Route Mostar - Sarajevo! (So erging es zumindest mir). Auf unseren ca. 300 km durch Bosnien war ich dann positiv überrascht, dass auch die restlichen Abschnitte sehr schön zu fahren waren. Schöne Hügellandschaften, ländliche Gebiete, Wälder, steile Berge, Flüsse und Seen. Auch das Verkehrsaufkommen war häufig eher niedrig bzw. nähe Sarajevo gut aushaltbar. Viele Tunnels prägten unsere Route, die meisten waren dabei unter 100 m. Um zu vermeiden, dass sich im Tunnel ausgerechnet auf unserer Höhe zwei Lastwagen/Autos kreuzen müssen, bevorzugten wir in längeren Tunnels öfters das Gehen oder Fahren auf dem schmalen, holprigen Troittoirrand im Tunnelinnern. Ansonsten fühlte ich mich auf den Strassen sicher, das Fahrverhalten der Auto- und Lastwagenfahrer fand ich oK.

Camping / Uebernachtungen
Es gibt nur sehr wenige Campingplätze in Bosnien. Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass künftig immer mehr "Private" einen Platz zum Campen anbieten werden. Gleich zwei Campingplätze entdeckten wir bei den Jablanicko Jezero (Seen), dazu ist der Campingplatz direkt vor Sarajevo ideal gelegen für eine Sightseeing in der Stadt. Ob wild campen offiziell verboten/erlaubt ist weiss ich nicht; Plätze zum wild campen sind jedenfalls vorhanden und Probleme bekamen wir deswegen nie.

Bei der Routenplanung zu berücksichtigen:
- Mostar
- Route Mostar - Sarajevo

Bosnien aus meiner Sicht:
Ehrlich gesagt hatte ich mich über Bosnien eher schlecht als gut informiert. Mit dem einzigen Tipp, dass die Route Mostar - Sarajevo sehr schön sei, machte ich mich auf, Bosnien zu erkunden. Leider liess der Zeitplan der 17 tägigen Tour durch Kroatien, Bosnien und Montenegro nicht allzu grosse Fantasien bezüglich der Routenwahl zu. Ich wurde überrascht von der einfachen, schönen Landschaft Bosniens. Es hatte zwar nicht die spektakulären Highlights, die ein paar andere Länder bieten, aber das Fahren in den schönen Berg- und Hügellandschaften, durch einfache Bauerndörfer, entlang der Flüsse und Seen hat einfach Spass gemacht. Dazu die kulturellen Highlights von Mostar und die Besichtigung von Sarajevo. Ich bin überzeugt, dass Bosnien noch viel mehr zu bieten hat als ich in dieser kurzen Zeit erleben durfte. Ich hoffe, dass irgendwann die Zeit kommt, wo Minen in Bosnien kein Thema mehr sind uns somit mehr Biker den Reiz Bosniens entdecken können.

Anforderungen:
Auch in Bosnien gibt schöne Gebirgslandschaften und ein paar Strassenpässe. Etwas Kondition wäre entsprechend gut für die Moral.

Persönliche Bewertung:
Ich nehme viele Eindrücke aus Bosnien mit. Landschaftlich reizvoll und dazu hat das Land auch kulturell einiges zu bieten.