Schweiz (2018)
Olten - Erlach - Avenches - Bern (6 Tage)
Route
| Datum | Strecke | Distanz | Uebernachtung |
| 23.07.2018 | Olten - Langendorf (SO) | 42 km | Privat |
| 24.07.2018 | Langendorf - Erlach (BE) | 47 km | Camping mon plaisir |
| 25.07.2018 | Ruhetag (Fahrt auf St.Petersinsel) | 11 km | |
| 26.07.2018 | Erlach - Avenches (VD) | 21 km | Camping-Port-Plage |
| 27.07..2018 | Avenches - Hinterkappelen (BE) | 34 km | TCS Camping Bern-Eymatt |
| 28.07.2018 | Hinterkappelen - Bern | 5 km | |
| Total Distanz | 160 km | ||
Tagebuch
Montag, 23.Juli 2018
Gegen halb elf Uhr morgens nahmen wir den Zug Richtung Olten. Wir entschieden uns für die langsamere S-Bahn, da wir unter normalen Umständen mit genügend Platz für unsere 3 Fahrräder und den Fahrradanhänger erwarten sowie der Zustieg in den Zug eben, also ohne Treppen erfolgt. Erstmals mit dabei auf der Familien-Fahrradtour war unser Zelt mit entsprechend Schlafunterlagen, Schlafsäcken, Gas-Kocher etc. Da für die ganze Woche Sonnenschein und Temperaturen um bzw. über 30 Grad vorhergesagt wurden, konnten wir bei Kleidern / Schuhen auf das Nötigste beschränken. Wir erreichten Olten gegen 11.10 Uhr und orientierten uns ab nun an der Nationalen Veloroute 5 (Mittelland-Route) bzw. 8 (Aare-Route) südwärts, zunächst entlang der Autostrasse, schon bald aber auf Schotterwegen und auf Augenhöhe mit der Aare. Die Route führte uns entlang schönen Sonnenblumen- und Maisfeldern. Nach bereits etwa 45 min nützten wir eine schöne Stelle direkt an der Aare, um unseren Mittagshunger etwas zu stillen und die Kids die Füsse zu kühlen und Steine ins Wasser zu werfen. Bereits bis hier und auch noch in der Folge sahen wir diverse Touren-Radler, insbesondere auch Familien, was wohl primär durch die eher leichte Topographie dieser Etappe erklärbar ist. Nur wenige km fuhren wir durch ein kleines Waldstück mit einem angrenzenden Spielplatz (im Schatten) doch unsere Pause hatten wir ja bereits hinter uns. Nach einer ruhigen, sehr schönen und verkehrsarmen Etappe erreichten wir Solothurn und nach einem kurzen Aufstieg und ca. 42 km in den Beinen gegen 17.00 Uhr schliesslich Langendorf (496 m.ü.M.), unser erster Uebernachtungsort.
Dienstag, 24.Juli 2018
Nach einer ruhigen Nacht im Zelt, einem feinen Frühstück und toller Gemeinschaft starteten wir mit einer rasanten Abfahrt hinunter nach Solothurn zur 2.Etappe unserer Tour. Der Himmel wolkenlos und blau, die Sonnenblumenfelder leuchteten gelb und auf wechselnden Strassenunterlage (Schotter, Asphalt) folgten wir oft hautnah der Aare. Dazwischen folgten immer mal wieder schöne Bauernhöfe oder kleine Dörfer so z.B. das europäische Storchendorf Altreu. Dutzende frei lebende Störche konnten wir z.B. beim Ueberfliegen der Gegend, auf den Dächern der Bauernhöfe oder auf den Bäumen beobachten. Ein sehr eindrücklicher Ort. Nur wenige Minuten später konnten wir etliche startende Kleinflugzeuge des Flughafens Grenchen bestaunen, bevor es dann der Fahrradweg wieder zurück an die Aare führte. Eine erste Pause machten wir dann bei der sehr schönen Aarenholzbrücke bei Büren. Beim Brunnen konnten wir unsere Getränkeflaschen auffüllen, Hände und Gesicht kühlen und im Schatten der Bäume etwas kleines Essen und Trinken. In Nidau, wo die Aare in den Bielersee mündet, assen wir dann im Strandbad-Restaurant unser Mittagessen und mussten uns etwas zurückhalten, nicht gleich hier den Nachmittag zu verbringen, schliesslich hatten wir ja bis zum heutigen Ziel in Erlach noch ein paar Kilometer vor uns. Auf der westlichen Uferseite fuhren wir via Kraftwerk Hagneck, allgemein mit eher wenig Seeblick südwärts bis nach Erlach. Gegen 15.00 Uhr erreichten wir nach fast 50 km den grossen Campingplatz der Gemeinde Erlach und mussten erfahren, dass dieser vollständig ausgebucht ist. Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet, trotz Ferienzeit. Die Konsequenz für die weitere Tour war, dass wir ab nun jeden Campingplatz am Tag davor telefonisch um Platzreservation bitten. Glücklicherweise hatte es hier mehrere Campingplätze, so dass wir beim Campingplatz mon Plaisir, ebenfalls direkt am See, noch ein Plätzchen fanden. Es dauerte nicht lange, da waren wir alle im wunderbar kühlenden Bielersee am Baden. Eine wahre Wohltat! Gegen Abend gewitterte es dann über dem Jura, über uns reichte es für etwas Regen. Gegen 20.45 Uhr machten wir dann schliesslich noch einen kleinen Spaziergang hoch zum Schloss bzw. zur Altstadt von Erlach. Direkt beim Schloss konnten die Kids auf dem kleinen, dafür ruhigen Spielplatz noch etwas spielen. Wie bzw. wohin es morgen weitergeht sind wir noch nicht ganz schlüssig, dies gilt es noch zu planen. Jedenfalls war auch die heutige Etappe entlang der Veloroute 5 bzw. 8 wieder sehr schön.
Mittwoch, 25.Juli 2018
Aufgrund einer kleinen Magenverstimmung bei einem unserer Kinder hatten wir uns entschieden, heute spontan einen Ruhetag einzulegen. Wir waren froh und dankbar, dass unser Platz nicht schon weiter vergeben wurde. Ein kleiner Ausflug auf die St.Petersinsel war für einen Teil von uns trotzdem möglich. Wir entschieden uns nun morgen weiter an den Murtensee nach Avenches zu fahren und haben entsprechend bereits gestern einen Platz reserviert. Die Uebernachtung hier in Erlach kostete total CHF 52.50 pro Nacht (Zelt & Familie).
Donnerstag, 26.Juli 2018
Gegen 11.00 Uhr machten wir uns auf zur kurzen Etappe nach Avenches. Da wir wussten, dass wir erst ab 14.00 Uhr auf dem Campingplatz in Avenches einchecken können, hatten wir für die etwas mehr als 20 km mehr als genügend Zeit. Da beide Kinder im Fahrradanhänger starten wollten, nahmen wir zunächst keinen der offiziellen Fahrradwege sondern fuhren ab Erlach südwärts auf der Nebenstrasse nach Ins. Bei Ins und bis hinunter zum Murtensee war das Verkehrsaufkommen dann deutlich erhöht, jedoch bereits ab Bas-Vully wurde es wieder ruhiger. Wir fuhren also auf der westlichen Seite des Murtensees, der Route du Lac, als plötzlich bei der Ortschaft Nant meine Gangsschaltung zu stocken und schliesslich ganz blockierte. Wir hatten jedoch riesiges Glück! Innerhalb der folgenden 500m hatte es einen Fahrrad-Mechaniker, einen Volg (Supermarkt) und ein ruhig gelegenes kleines Strandbad... Dass der Velomechaniker um 11.50 Uhr mein Fahrrad nicht mehr vor der Mittagspause flicken konnte, war da völlig nebensächlich. So genossen wir das tolle Wetter mit Mittagessen, Baden im Murtensee und Spielen auf dem Spielplatz. Dass wir vor dem Baden noch eine ca. 1m lange Schlange im Wasser entdeckt hatten, war zwar sehr spannend, weil wir dies noch nie so gesehen hatten, hatte jedoch auf unsere Badelust keinen Einfluss. Gegen 14.30 Uhr setzten wir die Fahrt dann fort. Vorbei an schönen Rebbergen zur Rechten und durch kleine Dörfer erreichten wir gegen 15.00 Uhr den sehr grossen Campingplatz Port-Plage von Avenches. Mit seinen ca. 700 Stellplätzen bietet er ein Angebot, welches mich eher an ein kleines Dorf erinnert und eigentlich keine Wünsche offen lässt, für mich jedoch fast etwas des Guten zuviel. Für die Uebernachtung zahlten wir CHF 51.00. Toll für die Kids war nebst dem flach abfallenden See, dem grossen Spielplatz aber auch das Kinderprogramm, an welchem sie Abends und am Morgen teilnehmen konnten. Mit dem Eindunkeln wurde es dann auch in unserem Zelt langsam ruhig.
Freitag, 27.Juli 2018
Am Morgen nahmen die Kids noch am Kinderprogramm teil bzw. nützten den tollen Spielplatz für Kletterübungen, Schaukeln etc. Wir fuhren also erst kurz vor Mittag entlang der Veloroute 44 via Murten nach Kerzers. Die Hitze war erneut spürbar und so nützen wir bei der Fahrt durch die riesigen Gemüsefelder die Möglichkeit, uns durch die laufenden Bewässerungsanlagen / Sprinkler etwas zu nässen bzw. zu kühlen. Ein kleiner Spass mit grosser Wirkung... Ab Kerzers, als wir eigentlich langsam mit einer Mittagspause liebäugelten, fuhren wir über das hügelige Wileroltigen und hofften dort vergebens auf eine Einkaufsmöglichkeit bzw. ein Restaurant. Eine Abfahrt führte uns dann hinunter an einen Waldrand, wo wir unsere lang ersehnte Pause nachholten. Hier nahmen wir dann erstmals wieder den Wegweiser der Aare-Route wahr und folgten diesem mal wieder auf Schotterbelag bis zum Saanesteg. Hier staunten wir nicht schlecht, als wir feststellten, dass die Saane über einen Steg, welche aus Treppenstufen bzw. aus einer 1-spurigen Fahrradbahn bestand, überwinden sollten, mit Fahrradanhänger versteht sich... Kurze Zeit später erreichten wir die Aare und sogleich einen sehr schönen Badesteig. Die Route via Elektrizitätswerk Mühleberg wurde nun unerwartet konditionell anspruchsvoller. Wie wir nachträglich feststellten, wird diese Etappe mit der konditionellen Anforderung „mittel“ beschrieben. Nördlich der Aare gings in ständigem Auf und Ab durch einsame, schöne Landschaft bis wir schliesslich gegen 16.20 Uhr den TCS Camping Eymatt bei Bern erreichten. Auf einer schönen Zeltwiese inmitten von Bäumen stellten wir unser Zelt auf und nützten die erneute Möglichkeit, uns in einem Gewässer, dieses mal in der Aare etwas abzukühlen. Mit einem Betrag von CHF 43.00 war dies die günstigste Uebernachtung unserer Fahrradtour.
Samstag, 28.Juli 2018
Unerwartet weil deutlich früher als vorhergesagt kam in der Nacht ein kleines Gewitter über uns. Abgesehen dass wir noch ein paar Badekleider draussen hängen hatten, war der Wetterwechsel jedoch eher angenehm. Nach einer kurzen Trockenphase begann es dann ziemlich genau mit unserer Fahrt zum Bahnhof Bern erneut zu regnen. Nach ca. 5 km hatten wir den Hauptbahnhof jedoch bereits erreicht, womit die Fahrradtour nach ca. 160 km endete.
Fotos
Mittelland 2018